Top Dogs Kapitel 2

von Urs Widmer, in der Berger Kirche (2006-2007)

In der fünften Produktion verkehrte LOKSTOFF! die "Top Dogs" vom Global Player zum Global Prayer.

Während das Stück für viele Zuschauer zum Flughafen passte wie die Faust aufs Auge, erscheint ein Gotteshaus als das beste Symbol für den Kontrast zwischen der schnelllebigen Managerwelt und dem zunehmenden Auseinanderbrechen bisher Halt spendender Werte wie Familie, Staat und Religion. Das Stück wird an einem Ort aufgeführt, der als Gegenpol zum bisherigen ethischen und moralischen Niemandsland Flughafen steht. Zentrale Frage des Stückes ist die Suche nach Werten, die dem Menschen von heute entsprechen könnten. Eine Kirche verstehen wir als Ort ohne Raum und Zeit, wir setzen hier auf Bemühungen der Kirche, sich einer größeren Öffentlichkeit zu stellen und somit den Zuschauern neue Erfahrungen zu ermöglichen.

Hier lässt sich die erbärmliche Existenz der gefeuerten "Global Players" genau fokussieren, die illusionäre Basis ihrer Identität wurde ihnen genommen, sie sollen wieder zur Realität zurückfinden. Menschen, die die Insignien der Macht verloren haben, begeben sich in die Obhut einer Outplacement-Agentur. Die Kirche ist der Ort, an dem sie alle nach ihrem illusorischen Höhenflug zu sich kommen können. Die Inszenierung sollte vom Umfeld beeinflusst werden. Die Choreographie des Stückes war durch die gebetsmühlenartigen Sprechgesänge und die sich immer wieder zu Chören formierenden Schauspieler hierfür hervorragend geeignet.

"Bei aller Tragik sind dies Momente grotesker und bitterer Komik."
Sonntag Aktuell

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