Waidmannsheil

von Susanne Hinkelbein, in Stuttgarter Schaufenstern (2009-2010)

Susanne Hinkelbeins kleine Farce "WAIDMANNSHEIL!" gewährt mit viel schwarzem Humor und reichlich Dialekt einen Blick hinter die Kulissen einer trügerischen Privatwelt. Es ist ein Ausflug in die Gedanken zweier Paranoiker, die sich vor dem Rest der Welt verschanzen, und am Ende nur einen Ausweg sehen?

In unserer Bearbeitung von "WAIDMANNSHEIL!" verschieben wir die Handlung vom Wald in den urbanen Raum. Christel und Renate sitzen in einem Schaufenster auf der Königstraße, durch die gläserne Membran von der Außenwelt getrennt. Ein Schaufenster auf der unteren Königstraße diente uns im Juni 2009 als Premierenort. Der Zuschauer sitzt dabei unter dem Dachvorsprung des Gebäudes auf den olivgrünen LOKSTOFF! Klapphockern. Das Geschehen verfolgt das Publikum über Kopfhörer. Die Passanten bekommen davon nichts mit, vermuten aber, dass es auch um sie gehen könnte.

Mit "WAIDMANNSHEIL!" konnten wir den gedanklichen Faden der gemeinsamen Vereinsamung im urbanen Raum fortsetzen. In "Vorher/Nachher" war es Gregor Samsa, der zum Ungeheuer verwandelt Gefangener seiner Familie wird. In "Hamlet" stürzt der junge Dänenprinz durch seinen Kopfbahnhof, getrieben von Rache und Irrtum, Liebe und Verrat. Nun sind es die Jägerinnen Christel und Renate, die sich als die eigentlich Gejagten wähnen, und sich hinter der Schaufensterscheibe ihren privaten Schutzraum errichten.

"Die beiden Akteurinnen entlarven die Doppelbödigkeit selbstgezimmerter moralischer Grundsätze, Komik und Tragik mischen sie dabei exzellent."
Stuttgarter Zeitung

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